Win-win durch Recycling und Energiegewinnung.

Indaver hat sich als Anbieter von hochwertigen Recyclingprodukten und nachhaltiger Energie etabliert und möchte diese Position noch weiter ausbauen. Darum sind wir permanent auf der Suche nach neuen und effizienteren Wegen zur Rückgewinnung von Rohstoffen und zur Produktion von Wärme und Strom.

Jodrückgewinnung steigert Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie

Jod kommt in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz: als Antioxidans in chemischen Verfahren, als Katalysator bei der Herstellung von Arzneimitteln oder als Kontrastmittel in der Medizin. Vor allem bei der Herstellung von Essigsäure, Nylon und den bekannten Jodtabletten ist Jod unverzichtbar. Da Jod vor allem in Japan und Chile vorkommt und daher nach Europa exportiert werden muss, ist dieser Rohstoff sehr teuer.

Die Rückgewinnung von Jod ist deshalb eine wirtschaftlich interessante Lösung für die europäische Großindustrie. Auf diese Weise kann Europa vom Import von Primärrohrstoffen aus anderen Kontinenten unabhängiger werden.

Als europäisches Abfallentsorgungsunternehmen behandelt Indaver etwa 5 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr. Gemeinsam mit verschiedenen Kunden, bei denen jodhaltige Abfallströme vorkommen, hat Indaver im Sommer 2014 ein Pilotprojekt gestartet. Dabei wurden in erster Linie die umwelttechnische Machbarkeit und die Qualität der Endprodukte untersucht. Gründliche Laboranalysen verschiedener Testergebnisse bestätigten eine einwandfreie Qualität des zurückgewonnenen Jods. Um den Absatz von größeren Mengen des zurückgewonnenen Jods sicherzustellen, hat Indaver Gespräche mit verschiedenen möglichen Abnehmern aufgenommen.

Auf Grundlage der Erfahrungen aus dem Pilottest im Jodrückgewinnungsprojekt plant Indaver den Ausbau der Rückgewinnungstechnologie mit dem Ziel, eine Großanlage für die Jodrückgewinnung am Firmensitz Antwerpen zu errichten.

Molekül-Management: Kleinarbeit für das Recycling von morgen

Nicht zuletzt durch die Bemühungen von Indaver ist das Recycling von Materialien wie Glas, Papier oder Plastik in Ländern wie Belgien zum festen Bestandteil des nationalen Abfallmanagements geworden. Die Rückgewinnung von Rohstoffen aus gefährlichen Abfällen ist jedoch nur möglich, wenn diese keinerlei Gefahren für Mensch und Umwelt mit sich bringt.

Dieser besonderen Herausforderung stellt sich Indaver in seiner täglichen Arbeit. Wir suchen kontinuierlich nach neuen und besseren Methoden, um die Wertschöpfung aus gefährlichen Abfällen zu optimieren. In der Vergangenheit beschränkte sich unsere Tätigkeit auf die Neutralisation gefährlicher Abfälle durch das Aufspalten der Moleküle in einem chemischen Prozess. Heute untersuchen wir, welche dieser Moleküle ohne Gefahr und mit Gewinn wiederverwendet werden können. Bei Tata Steel im niederländischen Ijmuiden regeneriert Indaver bereits erfolgreich Salzsäure. Aktuell erforschen wir Wege und Möglichkeiten, wie auch Chlor, Schwefelsäure, Fluor, Iod oder Wertmetalle wiedergewonnen werden können.

Phosphor-Recycling: Probleme lösen, bevor sie entstehen

Phosphor ist einer der Hauptbestandteile von Kunstdünger. Der kostbare Rohstoff steht nur begrenzt zur Verfügung, die Nachfrage steigt aber immer weiter. In der EU ist die Situation bereits so, dass in naher Zukunft Engpässe nicht ausgeschlossen werden können.

Große Mengen von Phosphor sind unter anderem in Viehdung, Biomüll, Abwasser, Klärschlamm und Verbrennungsrückständen enthalten. Indaver erforscht zurzeit die Möglichkeiten, wie man Phosphor aus den wasserhaltigen Gärrückständen von Fermentieranlagen, aus Restströmen von Deponien oder aus der Asche von Waste-to-Energie- und Biomasse-Anlagen gewinnen kann. Als Teil der VIA-Plattform (Vlaanderen in Action, ein Zukunftsprojekt der Regionalregierung im belgischen Flandern) bringt Indaver zurzeit gemeinsam mit der Öffentlichen Flämischen Abfallentsorgungsgesellschaft OVAM ein entsprechendes Projekt auf den Weg.

Aufbereitung von Rückständen: Belastung vermeiden, Energie gewinnen

Indaver untersucht, wie Rückstände aus der thermischen Behandlung von Abfällen mit Hilfe von Waste-to-Energy-Verfahren nutzbar gemacht werden können. Der Fokus liegt dabei auf der Rückgewinnung von so genannten seltenen Erdelementen, Phosphor und Kupfer. Durch Recycling kann der aufwändige Neuabbau dieser Materialien minimiert und das Volumen der Rückstände erheblich reduziert werden.

Algenproduktion: Alternative Rohstoffe

Für die chemische Industrie sind Algen eine zunehmend interessante Alternative zu den bislang in der Produktion verwendeten Rohstoffen. Allerdings ist die Menge an Energie und Nährstoffen, die für den Anbau dieses nachwachsenden Rohstoffs benötigt werden, außerordentlich hoch.

Gemeinsam mit dem Chemieunternehmen Proviron führt Indaver derzeit ein Projekt durch, das alternative Anbaumethoden untersucht. Am belgischen Standort Hoege Maey werden Algen unter Einsatz von Rauchgas und Abwasser – zwei Stoffe, die auf Deponien regelmäßig anfallen – auf einem Testareal mit eingelagerten Abfällen kultiviert. Parallel dazu werden effiziente Ernteverfahren erprobt und eine Erhebung zur Einschätzung der Nachfrage auf dem Markt durchgeführt.

Wärmerückgewinnung: Strategisches Projekt für eine ganze Region

Die Kreislaufwirtschaft ist auf bezahlbare und verlässliche Energiequellen angewiesen. Bereits jetzt speist Indaver Energie in die Stromnetze einiger Standorte ein und beliefert benachbarte Unternehmen mit Wärme. Wir planen, unsere Aktivitäten in dieser Richtung weiter auszubauen, damit noch mehr Firmen von unserem flexiblen und günstigen Energieangebot profitieren können.

Durch die Einrichtung von Energie-Clustern bleiben Regionen wie das belgische Flandern für Industrie und Gewerbe auch weiterhin attraktiv. Darum plant Indaver für den Wirbelbettofen SLECO ein Wärmenetzwerk, das seine Waste-to-Energy-Anlage in Doel mit mehreren Chemieunternehmen und Logistikanbietern aus der Umgebung verbindet. Wenn die Anlage mit voller Leistung läuft, wird sie 10 % der grünen Energie liefern, die in Flandern insgesamt produziert wird.